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Gedanken zum WS Teil II „Das Spiel mit dem Lustschmerz“

Verehrte Ladys

Ein Workshoptag mit meinen dominanten Schwestern fordert auch mich immer wieder aufs Neue und ich reflektiere oft meine Eindrücke und Erfahrungen nach, um jede Facette des Vertrauens und der Nähe, welche ich an einem Workshoptag zwischen den Ladys und mir  erleben durfte, nachzuspüren und wahrzunehmen.

Die Stimmung, die Energie, das Miteinander, das Nichtwerten und die Offenheit der Ladys bei meinen Workshops Teil I sind ein Geschenk für jede Einzelne von uns. Selten kommt es zu Unstimmigkeiten, selten zu Stutenbissigkeiten, welche wir ja zu Genüge aus dem alltäglichen Konkurrenzkampf unter Frauen kennen und wenn doch, unterbreche ich diese Energien. Dieser Tag ist ein Tag von den Ladys für die Ladys und unsere weiblichen kampferprobten Strategien aus unserem Privat- bzw. Berufsleben haben bei meinen Workshops nichts zu suchen.

Mein WS D&s Teil führt die Frauen in ein neues Universum, in die Welt der weiblichen Dominanz, in welcher nur und ausschließlich die Ausstrahlung, die Stimme, das Auftreten und die Präsenz der dominanten Frau zählen. Der nächste Schritt wäre das Erlernen und Perfektionieren des aufregenden Spiels mit dem Lustschmerz. Die Bereitschaft über die eigenen Grenzen der Belastbarkeit zu gehen, damit im Gegenzug der submissive Mann seine Grenzen ausloten kann. Nicht die Lady bestimmt, wann es genug ist. Nein, dies ist das Recht des Mannes, der sich voll Vertrauen in Eure Hände begibt.

Aus diesem Grund ist es für mich schwer zu verstehen, dass doch viele Ladys sich nicht an den nächsten Schritt wagen – den Besuch des WS Teil II „Das erotische Spiel mit dem Lustschmerz“. Mir ist schon klar, dass die meisten Frauen, welche zum Teil I kommen, sich schon an den unterschiedlichsten Techniken wie Nippelfolter, Cock & Ball, Flagellation etc. versucht haben und glauben, dass für das Beherrschen des Spieles mit dem Lustschmerz keine weitere Anstrengungen notwendig sind.

Falsch gedacht! Technik ersetzt nicht das sinnliche Berühren der Seele, das Vorbereiten des Geistes auf die schmerzvollen Wonnen eines „bösen“ Settings. Das Erlernen weiblicher Dominanz ohne technische Hilfsmittel ist die eine Seite der dunklen Medaille - das Wissen um die Hintergründe des Masochismus und das Erleben einer Katharsis durch den Lustschmerz prägen die andere strenge Seite. Unerlässlich ist ebenso das Fachwissen um die Anatomie des Menschen und notwendiger Sicherheitsaspekte als Voraussetzung für ein Spiel nach den Grundregeln des SSC. 

Mein WS II soll Dich sensibilisieren für die treibenden, oft belastenden Kräfte, welche die Neigung zum sexuellen Masochismus im Manne auslösen. Er verdient für seine speziellen Phantasien nicht Verachtung,  sondern Wohlwollen. Er sehnt sich nicht nach einer  stupiden Wunscherfüllerin, sondern nach einer Frau, welche sein „Leiden“ versteht. Er möchte eine Frau verehren, welch sich keinen Druck durch seine Forderungen auferlegen lässt, sondern in Eigenverantwortung und Selbstbewusstsein handelt und voller Selbstliebe hinter ihrem Handeln und Tun steht.

Das Fallen in den Lustschmerz ist reinigend. Dieser seelische Reinigungsprozess, diese Katharsis erlaubt es ihm ins Nichts zu fallen. In ein Nichts, das auffängt und in dem Du ihn behütest, damit er fallen darf, ohne verurteilt oder bewertet zu werden. Um dies zu verstehen müssen beide Seiten des Machtgefälles hinter ihre über Jahrzehnte durch Demütigungen und seelische Verletzungen Stein für Stein aufgebauten Mauern blicken.

Sie wie Er müssen diese Mauern einreißen, um einen Blick in den bunten, aufregenden Garten der eigenen Seele werfen zu können, denn diese facettenreiche Art der Sexualität des SM funktioniert nur dann befriedigend, wenn ein vertrauensvoller, intensiver und offener Austausch zwischen dem dominanten sowie devoten Part erfolgt. Alles andere ist Surfen an der Oberfläche des Seins und hat mit einem innigen Austausch in Ebenbürtigkeit nichts zu tun.

Ebenbürtigkeit – jawohl, denn jeder ist für sich und sein Befinden selbst verantwortlich. Diese Eigenverantwortlichkeit ist die Grundlage eines erfüllenden Tanzes auf dem Parkett der dunklen Leidenschaften. Wer seine Verantwortung für Leib & Seele an den dominanten Part abtritt mit dem Argument, dieser müsste schon wissen, was das Richtige ist, der hat im BDSM nichts zu suchen.

Solche destruktiven Beziehungen sind bereits schon im Alltag zum Scheitern verurteilt, denn es ist ein Irrglaube, dass eine SM Session erlittene Traumen, mangelnde Selbstliebe bzw. Paarprobleme heilen könnte. Kommunikation, welche schon im täglichen Leben nicht funktioniert, macht SM zu einer Farce, in der die Beteiligten zu mittelklassigen Schauspielern mutieren. Das SM Drehbuch wird nicht von den Akteuren geschrieben, denn wo Unsicherheit, Überforderung und Enttäuschung Regie führen, wird die Inszenierung zum Flop und zurück bleiben nur ein unerfülltes Sehnsuchtsloch und noch mehr Leid.  

Wissen ist Macht und wer nicht weiß, ist den fordernden und  manipulierenden Dynamiken des „leidenden“ Mannes ausgeliefert, da es an der Fähigkeit der eigenen Abgrenzung und Selbstbestimmung fehlt. Du bist seine Muse, seine Herrin, seine göttliche Lady. Du bist aber auch sein Schutz, seine Hülle, sein Universum. Daher bestimmst einzig und alleine Du, welche seiner Wünsche und Phantasien mit den Deinen konform gehen, welche Szenarien  sofort oder später erfüllt werden können und welche niemals.

Bedenke - als erstes gilt, was kann er für Dich tun, nicht nur sexuell, sondern vor allem im „normalen“ Leben. Fordere auch in Deiner Rolle als Ehefrau oder Lebenspartnerin Respekt, Aufmerksamkeit und Alltagshöflichkeit ein. Du bist die Lady – Du hast  das Zepter in der Hand.

Bedenke doch, welche ungeahnten Chancen und Möglichkeiten Dir der dominante Teil des Machtgefälles im SM darbietet. Diese Chancen und Möglichkeiten kannst Du aber nur wahrnehmen, wenn Du Dich auf den Prozess der weiblichen Dominanz mit allem Für und Wieder einlassen kannst. Ein Sein als dominante Lady verändert nicht nur Deine Sexualität, sondern Du wirst lernen auch im alltäglichen, gesellschaftlichen sowie familiären Wahnsinn für Dich und Eure Bedürfnisse einzustehen,

Ein Wiedersehen bei meinem WS Teil II ermöglicht es Dir Erfahrungen auszutauschen und Probleme sowie Gedanken zu reflektieren. Was ist seit unserem ersten Treffen passiert? Wie habe ich mich verändert? Welchen Einfluss hat SM auf unsere Beziehung? Wie geht es weiter?  Und vor allem – wie funktioniert dieses Spiel mit der Katharsis?

Leben heißt Weiterentwicklung. Sexualität ist Aggressivität und das Erleben höchster Lust ist die innigste Form der Einheit, welche ein Mensch erleben kann. Löse Dich von fest gefahrenen Mustern, stelle Dich Deinen Konditionierungen und schreibe selbst die Seiten zum Drehbuch Deines Lebens.  Erobere Deine Welt neu, reiße Mauern nieder und erlaube es Dir Frau zu sein in all Deiner Schönheit, Kraft und Einzigartigkeit.

In inniger Verbundenheit mit meinen dominanten Schwestern

Lady Desire