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Swingerfeste, Discotreiben und PublicPlaypartys

Seit längerem ist die Tendenz zu beobachten, dass Playpartys eigentlich keine Playpartys mehr sind, sondern vielerorts zu Veranstaltungen mutieren, deren Schwerpunkte auf Events  nach dem Motto „Sehen und Gesehen werden“ oder „Ficken in der Öffentlichkeit“ liegen.

(Artikel veröffentlicht im Erotikmagazin "Schlagzeilen" von Matthias Grimme)


Ich habe weder etwas gegen coole Partys mit Dancefloor und geiler Musik noch gegen das animierende Ficken unter Gleichgesinnten – aber alles zur rechten Zeit am rechten Ort. Jeder BDSMler, der sich ernsthaft mit der Thematik von Dominanz und Unterwerfung beschäftigt, weiß  Bescheid über die Filigranität einer mit Achtsamkeit und Respekt zelebrierten SM Session. Verschiedenste Komponenten entscheiden über das Gelingen eines erfüllenden Settings. Eine an den Gefrierpunkt temperierte Location, lautes Gelächter, Nichteinhaltung des vorgegebenen Dresscodes und  ein Ungleichgewicht an Solomännern oder Swingerpärchen vermiesen einem binnen kürzester Zeit jedwede Lust am dominanten Tun bzw. devoten Sein.

Swingen und SM sind zwei verschiedene Themen, jedes für sich komplex, interessant und aufregend. Doch dies aus Gründen des Kommerzes und/oder Nichtwissens in einen Topf zu werfen, dient auf keinem Fall der Sache an sich. Inzwischen widmen ja findige Swingerclubinhaber zumindest einen Raum ihrer Location den dunklen Leidenschaften.

Toll, denn da steht man dann als dominanter Part wie ein Zirkuspferd auf dem Swingerparkett, umringt von handtuchbehängten Gästen, die entweder belustigt oder angewidert mit hämischen bzw. unpassenden Kommentaren das Geschehen bewerten.

Ebenso steigt das Angebot an sogenannten „Fetischbällen mit Spielbegleitung“ -  was aber zumindest die Einhaltung des Dresscodes einigermaßen garantiert. Im Focus der Veranstalter steht Discotreiben mit allem was dazu gehört. Für das spielende SM - Volk bleiben kleine, kalte, zugige Nischenplätze, welche lieblos und minimalistisch ausgestattet auch die kreativste Domina bzw. den noch so strengen Meister vor große Herausforderungen stellt.

Warum muss diese Vermischung sein? Warum muss jeder alles zu jederzeit mit jedem machen? Qualität, Ernsthaftigkeit, Respekt und Achtung gehen verloren und es gelten keine Regeln mehr, wenn man nicht den adäquaten Rahmen für die jeweilige Veranstaltung schafft.

Meine Erfahrung zeigt mir, dass SM Gäste das Verweilen unter Gleichgesinnten, in einer reizvollen Location mit  stimmiger Musik dem Mainstream der Spaßgesellschaft vorziehen. Nur leider wird das Angebot solcher Veranstaltungen nicht vielfältiger und so ziehen sich leidenschaftliche Spieler in ihre Privatsphäre zurück.

Eine Entwicklung, welche nur durch seriöse und in ihrem Motto klar definierte Events aufgehalten werden kann. Ich persönlich versuche bei meinen Events diese Ideologie vorzuleben und ernte durch dieses Vorgehen nicht nur Lob, sondern bin auch kritischen Stimmen ausgesetzt. Doch „Noxumbra“ ist meine Welt und wer sich in meine Welt begibt hat sich nach meinen Regeln zu richten. Ich denke nur so kann man sich von dem PartyMischMasch und Szenegeplapper abheben und als seriöse SM - Location existieren.

mit dominantem Gruß
Lady Desire